Most beautiful song ever heard…

…solche und ähnliche Kommentare liest man zu diesem Video bei YouTube. Per Zufall stolperte ich kürzlich über diese Aufnahme aus einem ACL (Austin City Limits)-Konzert. Da sitzt sie nun also, die “Crème de la Crème” der Singer-Songwriter-Zunft, meist die Arme auf der Gitarre abgestützt. Lyle Lovett, Townes van Zandt, Nanci Griffith, Steve Earle und Guy Clark, meine ich erkannt zu haben. Nanci Griffith und ihr Keyboarder James Hooker singen im Duett “Tecumseh Valley”, ein wunderschöner Song vom leider viel zu früh verstorbenen “Texas Troubadour” Townes van Zandt. Auf dem 1993 erschienenen Album “Other Voices, other Rooms” sang Nanci das Duett übrigens mit Arlo Guthrie. Aber diese Aufnahme mit James Hooker ist wie von einem anderen Stern. Da passt einfach alles hundertprozentig zusammen, die Gesangs-, die Klavierlinien, die Intensität…
Vielleicht nicht most beautiful song, aber bestimmt, one of the most beautiful songs ever heard.

ah

Little Rock ‘N’ Roller hat ausgeschlafen

Was für ein Privileg hatte dieser Kerl als Kind, konnte er doch einen „Gute Nachtsong“ sein Eigen nennen. Auf dem 1986 erschienenen Album „Guitar Town“ sang Steve Earle in Little Rock ‘N’ Roller; „cause I know there’s an angel just for rock ‘n’ rollers, watchin’ over you and your daddy tonight, go to sleep little rock ‘n’ roller”. Nun der kleine Rocker hat Ausgeschlafen, und er muss vor dem Einschlafen eine Menge guter Musik gehört haben. Nach der 2007 veröffentlichten EP „ Yuma“, stellt Justin Townes Earle mit “The Good Life” seine erste CD vor. Und das Teil fährt mir ein, wie ein kühles Bier an einem heissen Sommerabend. Auf “The Good Life” ist eine wunderbare Melange aus den Wurzeln amerikanischer Musik zu hören. Durch die Songs schleicht der Geist Townes Van Zandt’s, die Eleganz eines Guy Clark ist zu hören, Bruce Springsteen begleitet seinen jungen Musikerkollegen durch „Lone Pine Hill“ und die Einsamkeit eines Soldaten im Amerikanischen Bürgerkrieg. Die Stimme von Justin Townes zeigt in manchen Phasen eine frappante Nähe zu Vater Steve (aus dessen Band er nach kurzem Gastspiel als Keyboarder und Gitarrist gefeuert wurde, ja auch kleine Rock ‘N’ Roller werden störrisch, vor allem, wenn sie zu sehr nach dem Vater geraten). Doch über Allem schwebt das feinsinnige Herz eines Gram Parsons, der im Titelsong unverkennbar Pate stand. Zu erwähnen wäre auch noch Justin Townes tolle Band, Pedal-Steel-Gitarrist Pete Finney (Dixie Chicks, Patty Lovelace), Bassist Bryn Davies (Patty Griffin, Guy Clark) und dem Schlagzeuger Bryan Owings (Buddy Miller, Shelby Lynne), sowie dem Keyboarder Skylar Wilson und an der Geige Josh Hedley. Für mich ein erstes musikalisches Highlight in diesem Jahr. Und alle, die mich ein wenig kennen, wissen, dass ich an einem Sommerabend nicht nach einem Bier heimgehe. Also schalt ich den Computer aus, setz mir die Kopfhörer auf und lass mich von Justin Townes Earle durch das gute Leben begleiten.

lusch